Gestern Nacht habe ich noch probiert eine Langzeitbelichtung aufzunehmen, leider war es dafür schön zu dunkel. Naja man kann nicht alles haben. Nach einer geruhsamen Nacht in unserem Bungalow hieß es schnell Bett abziehen und die Pferde satteln aka Auto laden. Alles ging vielleicht etwas zu schnell, weil ich habe den Schlüssel von unserem Bungalow verloren und nicht wieder gefunden. Die Rezeption war nicht besetzt, also blieb nichts anderes übrig als eine Mail zu schreiben mit der Bitte doch bitte eine Rechnung zu schicken. Fängt ja gut an der Tag, wenn des so weiter geht… . Um die Antwort vom Campingplatz vorweg zu nehmen, welche uns gegen Mittag erreicht hat: „Ärgert euch nicht. So etwas kann passieren. Danke das ihr Bescheid geben habt“. Coole Typen die Norweger.

500 km stehen heute auf dem Plan. Reine Fahrtzeit 8 Stunden, wir wollten unbedingt aber auch noch im Hellen nach Trolltunga, dem weltbekannten Felsen. Diesen erreicht man nach einer 2 stündigen Wanderung vom Parkplatz aus. Der Parkplatz liegt aber erst kurz vor knapp vor dem Ende unserer heutigen Route. Spoiler: Trolltunga haben wir heute aus Zeitgründen nicht mehr erreicht. Warum? Die wunderschöne Landschaft war schuld.

Direkt am Anfang ging es für uns den Berg in Serpentinen hoch bis auf ein Hochplateau. Spritverbrauch über 20 l pro 100 km. Es war sicherlich mehr, aber mehr wollte der Bordcomputer nicht anzeigen =). Auf einer Testfahrt muss man die 600 Nm aber halt auch mal ausprobieren. Auf der Fahrt nach oben und auf dem Hochplateau hätten wir alle 50 m für ein super Fotomotiv anhalten können. Wir haben uns aber am Riemen gehalten. Nur alle 100 m holten wir den Foto raus! Jede Ecke hatte aber eine andere Besonderheit, einfach unbeschreiblich schön. Deswegen lasse ich hier jetzt Platz und jeder von euch kann den Platz mit eigenen Worten ausfüllen:

 

 

 

Weiter im Text. An die Spiegelreflexkamera können wir 3 Objektive anbringen. Ein -, ein Reisezoom, und ein . Mein Favorit für Landschaftsaufnahmen ist das Weitwinkel, mein Bruder fährt auf die Festbrennweite ab. Bedeutet ständiges wechseln des Objektiv oder auch ein ewiger Kampf. Bedeutet aber auch zwei verschiedene Stile um Fotos zu machen, sprich ein deutlicher Hinzugewinn für das spätere Fotobuch. Mit dem Smartphone ist ein Objektivwechsel nicht möglich und schon gar nicht können zwei verschiedene Looks generiert werden. True Story, Bros. Aber was genau gab es dort oben zu fotografieren: Einen sehr schönen Einklang zwischen, Felsbrocken, Schnee (Ja auch im Sommer), glasklares Wasser, Berge, 1A Wolkenformationen und eine schöne Lichtstimmung (Da hatten wir wohl etwas Glück =) ). Ich denke die Bilder sprechen für sich (siehe unten). Auf unserem Weg über die Hochebene konnten wir auch sehen, wie die Norweger Ihre Straßen erneuern: Über den alten Teer wird einfach neu drüber geteert. Wie wenn man Parkett auf nem Teppichboden verlegt. Der Teppich bleibt einfach da, so auch der alte Teer. Funktioniert und ist auch noch günstig. Ganz schöne Sparfüchse diese Norweger. Mitten auf der Hochebene war dann auf einmal eine Mautstelle. Bezahlung nur per Kreditkarte möglich, kein Problem hatten wir dabei. Allerdings komisch, keine Tunnel, keine Brücken und die Straßen auch nur so breit wie das eigene Auto. Aber gut ist so und dank Nebensaison ist auch niemand in diesem Niemansland unterwegs. Kein Verkehr und man bekommt an allen Fotospots ohne Probleme einen Parkplatz. Falls aber doch mal jemand  dort parken sollte bekommt man teilweise interessante Blicke zugeworfen.  Erster Blick: OHhh was ein schönes Auto.  Meistens kommt dann noch ein zweiter Blick hinterher: Ähh was, zwei so junge Kerle im Auto, wie geht das? Als Lösung könnte ich Ihnen anbieten: KNFE, aber die Erklärung würde mir zu lange dauern und so viel Zeit haben wir jetzt auch nicht.

Gefühlt ging es auf einem schmalen Waldweg wieder runter von 1200 m auf 0 m auf einer Fahrtstrecke von ca. 7 km. Also steil, eng, schöne Ausblicke oder zusammengefasst: einfach nur cool. Unten angekommen gab es erstmal Pizza zum Mittag. „Zeitverlust“ wegen Bilder ca. 90 min bei einer Fahrzeit von 4 Stunden. Der italienische Pizzabäcker und die norwegische Rezeptionsdame haben sich auf Deutsch ausgetauscht. Relativ amüsant, weil beide es nur gebrochen gesprochen haben, verstanden haben Sie sich aber trotzdem. Lustige Kombination aber auf jeden Fall. Unten war auch die Stimmung eine ganz andere, Bäume in allen Farben (#Herbst), Wasser, Wasserfälle, beeindruckende Felshänge. Die Fahrtstrecke ging entweder genau an diesen auf Wasserhöhe entlang oder durch Tunnel hindurch. Sieht so aus wie der Gardasee nur ohne südländischen Flair, aber mindestens genauso schöner, meistens noch schöner. Zusätzlich mit dem Unterschied, dass es am Gardasee nur diesen einen großen See gibt. Hier bei uns in Norwegen hingegen ist aber See an See bzw. Fjord an Fjord, Kilometer lang, so dass unsere Reise 5 Stunden bis zur Unterkunft an diesen entlang ging mit ein paar Abwechslungen: Wasserfällen, Sprungschanzen, Obstplantagen (Äpfel und keine Weintrauben).

Thema Tunnel: Die Norweger haben verdammt viele: kurze, lange, sehr lange. Alles war mir soweit bekannt, aber folgendes ist mir vollkommen neu: Ein Kreisverkehr mitten im Tunnel und das nicht nur einmal, sondern mehrmals. Die beeindruckendste Kombination war folgende: 25 km Tunnel, kurz Tageslicht, 11 km Tunnel mit integriertem Kreisverkehr am Ende, dann direkt auf eine beeindruckende Brücke und dann wieder 5 km Tunnel. Sehr schön, ich hatte aber schon den Gedanken, das Ganze muss nicht billig gewesen sein und zack kein Kilometer weiter eine Mautstelle. Kosten 16€, na gut man lebt nur einmal. Wenn man überlegt wie ausführlich über den 30 km Gottharttunnel in der Schweiz berichtet wurde, ist es schon fast seltsam, dass man dieser Kombination in Deutschland nichts mitbekommen hat. Wahrscheinlich einfach zu weit weg. Im Tunnel konnte aber das Amiblight der S-Klasse seine Stärken voll ausspielen. Also im Ufo-Modus durch den Tunnel.

Gegen Nachmittag erreichten wir einen sehenswerten Wasserfall. Oben am Parkplatz haben wir angehalten und dann bin ich über eine Steintreppe in der Nähe vom Wasserfall nach unten gelaufen, während mein Fahrer, dass Auto nach unten fuhr. Der Weg nach unten war witzig gemacht, er führte durch ein Felsenmeer. Einige Steine waren aber so ausgerichtet, dass Sie eine Treppe bilden. Sehr cool, sowas müsste es auch im Felsenmeer bei Lindenfels geben. Der Wasserfall war kraftvoll und hatte eine große Gischt. Das erinnerte mich ein wenig an die Niagara Fälle. Einige schöne Bilder gemacht und weitergings-

Mittlerweile 17 Uhr, fahren wir in der Nähe von Trolltunga vorbei, also zu spät. 2 Stunden Aufstieg würde beuteten: ankommen bei Dunkelheit. Deshalb musste ein neues Ziel her: Ein Gletscher, 4 km landeinwärts vom norwegischen Gardasee entfernt. Sowas gibt’s beim echten Gardasee nicht, also fahrt nach Norwegen. Die 4 km hatten es aber in sich. Am Beginn standen mehrere Schilder, dass nur Fahrzeuge kürzer als 10 m und schmaler als 2 m passieren dürfen.  Die 10 m stellen kein Problem dar, unser Fahrzeug ist aber selbst mit eingeklappten Spiegeln 2,10 m breit. Wir wissen ja probieren geht über Studieren und notfalls gibt es noch den Rückwärtsgang. Es zeigte sich der Weg war sehr schmal, aber wir passten durch. Zum Glück kam kein Gegenverkehr, denn vorbei fahren war nur an ein paar Stellen möglich. Ich bin mir sicher diese S-Klasse ist das Erste und Letzte mal solche eine Straße entlang gefahren. Den Gletscher haben wir uns nur von unten angeschaut, hochlaufen ist wohl eher ne Tagestour.

Nach dem Abendessen, am Anschluss vom Gletscher, waren es noch 30 Minuten zur Unterkunft, gelegen direkt an der Talstation vom Skilift. Ohne Schnee ist leider kein Skifahren möglich, außerdem ist es mittlerweile auch zu dunkel dafür und regnen tut es auch noch. Auf dem Weg sind wir auch nochmal an 2 großen Wasserfällen vorbeigekommen, kleinere gibt es alle paar Kilometer. Das heutige Hostel hat keine ständig besetzte Rezeption, vorab gab es aber folgende Information: Vordertüre ist offen und Zimmerschlüssel steckt im Schloss. Habe ich schon erwähnt, dass Norwegen das wohlmöglich sicherste Land der Welt ist. Scheint wohl wirklich so zu sein, wenn nicht mal die Häuser verschlossen sind. Ein anderes Beispiel dafür ist, dass nach dem Mittagessen ein Auto mit weit geöffneter Fahrertür neben uns parkte. Von dem Fahrer war minutenlang nichts zu sehen. Vorgefunden am Hostel haben wir eine nicht verschlossene Vordertüre und 5 Zimmer im Schlüssel im Schloss Wir haben uns dann einfach das schönste ausgesucht. Als die Dame zum Abkassieren vorbei kam, hat sie gemeint wir sollen den Schlüssel morgen einfach wieder im Schloss stecken. Anders habe ich es mir aber auch nicht vorgestellt.

Heute Abend haben wir kein Wlan im Hostel, somit kann ich den Blog wahrscheinlich erst morgen Mittag auf der Fähre hochladen. Sorry dafür, aber so ist das Leben manchmal. Dafür gibt es morgen dann zwei Blogs, yeah Freude =).

  • Langzeitaufnahme
  • Geiranger Fjord am Tage
  • Geiranger Fjord
  • Kühe auf dem Weg
  • Gletscher

 

Viele Grüße,

Alex

Hochebene und Gardasee, aber beides in Norwegen

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