Am heutigen Tag kommen die angesprochenen Planänderungen vom ersten Tag zu tragen. Wir dürfen nur 750 km pro Tag fahren, eine Bedingung von der KNFE. Also brauchten wir eine andere Übernachtungsmöglichkeit, so dass wir am letzten Tag nicht 1000 km zu fahren haben. Bei unserer eigentlich geplanten Unterkunft war die Stornierungsfrist schon abgelaufen. Mist. Aber fragen kostet ja nichts. Netterweise konnten wir dann doch noch kostenfrei Stornieren. Top! Am ersten Tag mussten wir auch noch unsere Fähre von Norwegen nach Dänemark buchen. Die Kosten der Fähre hängen von der Länge des Autos ab. Wir erfuhren aber erst am ersten Tag unserer Reise was für ein Auto wir bekommen. Aufgrund der S-Klasse mussten wir die 6 m Preiskategorie buchen, 20 € Aufpreis. Mit dem Smartphone Verbindung rausgesucht, bezahlt, Buchungsbestätigung bekommen, Buchungsbestätigung gelesen, FUCK, falsche Richtung gebucht, Umbuchung nicht möglich, Fragen kostet nichts, YEAH, kostenfrei umgebucht. Die Skandinavier verstehen was von Kundenservice. Top. So jetzt aber zurück zu den heutigen Erlebnissen.

6:30 Uhr aufstehen, wir müssen die Fähre um 14 Uhr bekommen. Die reine Fahrtzeit beträgt 5 Stunden, nach den Erkenntnissen von gestern haben wir viel Extrazeit eingeplant. Wecker also schön früh gestellt. Bei dem Blick aus dem Fenster nach dem Aufstehen stellten wir fest, dass wir auch länger schlafen hätten können: viel Regen, viele Wolken, keine Sicht. Aber gut, dafür hatten wir die letzten Tage schöneres Wetter. Am Ende vom Tag war klar, dass der heutige Tag der mit dem schlechtesten Wetter war. Viele Fotos werden heute also nicht geschossen. Die Qual der Wahl ist somit deutlich kleiner und ich muss nicht so wie die letzten Tage hier in der Bildergalerie 95% aussortieren. Das was wir von der Landschaft in den ersten 90 min gesehen haben war schön, aber vieles musste auch Kopfkino sein, aufgrund der geringen Sichtweite. Danach ist es doch deutlich aufgeklart. Bei der geringen Sichtweite probierten wir auch die automatische Bremse der S-Klasse aus. In den ersten 90 min mussten wir nicht Bremsen und Gasgeben. Vor jeder Kurve wurde passend herunter gebremst, egal ob weite Kurve oder Haarnadelkurve, je nach gewähltem Fahrmodus. Im Eco-Modus war entspanntes Cruisen angesagt, im Sportmodus musste gut gearbeitet werden hinter den Lenkrad. Das hätte etwas wie bei Need for Speed mit Autobremse. Generell sei angemerkt, dass auf unseren norwegischen Straßen nicht viel los ist, alle paar Minuten kommt mal ein Auto entgegen. In den Tälern jedoch deutlich mehr als auf den Hochebenen. Auf einer solchen sind wir durch einen Skiort gefahren, relativ groß überall Hotels und Skigeschäfte, aber kein Schnee. Nimmt man jedoch die 2,5 m großen Stickel am Straßenrad als Maßstab, müssen die im Winter im Schnee ersaufen. Allerdings glaube ich, dass hier alle zum Langlaufen herfahren, weil richtige Berg oder Skilifte gibt es hier nicht.

Wir sind dann lange Zeit an ca. 500-600 m hohen Steilhängen entlang gefahren. Oben ist das Wasser dank dem starken Regen über große Wasserfälle nach unten gefallen. An der Straße unten sind die Wassermassen dann überall in kleineren Wasserfällen in den Straßengraben geflossen. Wunderschön zum Ansehen, weniger schön war, dass stellenweise das Wasser auf der Straße stand.

Heute gab es wieder viele Wasserfälle, Felshänge und kurvige Straßen zu sehen, davon kann ich aber auch einfach nicht genug bekommen. Nach 5 Stunden Fahrt sind wir dann in Kristansand angekommen, von dort legt die Fähre Richtung Hirtshals – Dänemark ab. Bis es soweit war, hatten wir aber noch 2 Stunden Zeit. Genug Zeit für Shopping und ein Mittagessen. Könnte man zumindest machen oder auch folgendes: Am Strand chillen, Kreuzfahrtschiffe anschauen, durch den Fischmarkt laufen, Hafen anschauen, Ausblick genießen und Peoplewatching. In Kristiansand waren wir auch wieder unter den Leuten, besser gesagt unter den Kreuzfahrttouristen, Amis, Japaner und zwei Deutsche. Die Einheimischen konnte man relativ gut erkennen, alle tragen Gummistiefel mancher mehr mancher weniger stylisch.

Jetzt ging es aber erstmal zum Check-in von der Fähre und dann hieß eine Stunde warten bis die Fähre endlich losfährt, immerhin sind die Sitze bequem und jeder mit seiner eigenen Kotztüte ausgestatet. In der Ansprache vom Schiffskapitän erfuhren wir, dass die erste Überfahrt heute aufgrund von 4 m hohen Wellen gecancelt wurde. Da hatten wir nochmal Glück. Er fuhr fort, dass die die Wellen aktuell 2 m hoch sind und die Route geändert werden müsste. Zeitverlust ca. 30-45 min. Auf der Fähre konnte ich dann auch endlich den Bog von gestern online stellen, dachte ich. Die Internetverbindung ist einfach zu schlecht, die Bilder wollen nicht hochgeladen werden. Naja weiter warten. Gestern Abend habe ich meine Instafame Story beendet, macht nur Arbeit und es kommt ja auch nichts bei rum. Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht der Show und Style Typ. Doch zurück zum Theam: Die Wellen sorgten mittlerweile für folgende Szenen: Kindergeschrei, Wettstapeln der Angestellten von den umgefallenen Pappbechern am Buffet, massiven Kotztütenverbrauch und nicht alles was in die Kotztüte sollte, hatte seinen Weg auch dorthinein gefunden. Nach einer Stunde wurden die Wellen flacher und das Spektakel an Board hatte ein Ende. Nach einer weiteren fuhren wir aus dem Bauch der Speedfähre heraus und wurden von der Sonne in Empfang genommen. Diese haben wir seit einer gefühlte Ewigkeit nicht mehr gesehen. Wir fuhren jetzt noch 3 Stunden gegen Süden im flachen Dänemark mit den schnellen Windrädern um unsere Unterkunft zu erreichen. Erstmals seit Tagen zeigte der Tacho wieder 3 Ziffern gleichzeitig an, nachdem wir die letzten Tage im Schnitt mit 65 durch die schöne Landschaft getuckert sind.

Angekommen an der Unterkunft kann ich auch endlich den Eintrag von gestern samt Bilder hochladen. Im Anschluss dann auch gleich den heutigen. So war das zwar nicht gedacht, aber gut. Jetzt habt ihr extra viel zu lesen.

  • Antriebstrahl der Fähre
  • Kristiansand
  • Kristiansand
  • Kristiansand
  • Kristiansand

Viele Grüße,

Alex

Eine Fährfahrt die ist lustig

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