Tut mir leid liebe Star Wars Fans es geht jetzt nicht weiter mit „in a galaxy far, far away“. Nein hier soll es sich nicht um weit entfernte Galaxien handeln, sondern um das was seit meinem letzten Beitrag an Weihnachten so alles passiert ist. Sicherlich ist in dieser Zeit viel passiert aber seit Herrn De Maizière und seiner Aussage „Teil dieser Antworten würde Bevölkerung verunsichern“ sollte dir klar sein, dass ich nicht über alles berichten werde.

Frankfurter Halbmarathon

Direkt zu Jahresbeginn sollte der erste Reiz gesetzt werden um mit einem guten Trainingszustand in das Jahr zu starten. Guter Plan, aber schwer in der Umsetzung. Ich musste es also schaffen mich von 0 auf Halbmarathon in 5 Wochen zu steigern. Um es noch schwerer zu machen, hatte ich im Hinterkopf neue persönliche Bestzeit (2:24h) zu laufen. Als Mitstreiterin war Jenny im Aufgebot vertreten. Aufgrund der örtlichen Trennung absolvierte aber jeder für sich das Training. Erster Trainingslauf nach überstandenem Magen-Darm Virus (Danke Jonas =) ) 3,5 km. YES!!

Nur noch ca. 7 mal so weit!!

EASY!!

Leider nein, leider gar nicht.

Immerhin ist der Frankfurter Halbmarathon topf eben. Ein weiter Weg also noch und nur noch 5 Wochen Zeit. Da hilft es das Ziel in mehrere Etappenziele aufzuteilen. So war mein erstes Etappenziel die 10 km locker mehrmals in der Woche zu laufen. Ich glaube das habe ich bis zum Ende nicht geschafft. Aber ein 10er war relativ schnell immer in der Woche dabei. Das hässliche am Wintertraining ist, dass es draußen dunkel ist. Die Temperaturen waren eher nicht das Problem, ich war ja seit New York mit einer warmen Laufhose ausgestattet. Dank der Dunkelheit ist die Motivation abends nach der Arbeit auch relativ gering, sich jetzt noch mal 1-1,5 Stunden zu quälen. Ich glaube ohne die stetige Motivation via Whatsapp von Jenny, wäre ich das ein oder andere mal auf der Couch liegen geblieben. Um uns gegenseitig zu pushen, schrieben wir uns immer wie weit und wie schnell wir gerade unser Training absolviert haben. Und jeder wollte am Ende der Woche am weitesten und am schnellsten gelaufen sein. Hier zeigt sich ein weiteres Mal wie wichtig eine Laufgruppe für die Motivation ist.

PACE!

Innerhalb der 5 Wochen habe ich das Trainingspensum kontinuierlich erhöht. In der Mitte habe ich aber einmal die Dosis gesenkt, weil „viel hilft viel“ hat hier keine Gültigkeit. „Zu viel“ ist zum Beispiel das Schlimmste was passieren kann. Also habe ich immer schön auf meinen Körper gehört. Das führte dazu, dass es schwierig wird neue persönliche Bestzeit zu laufen. Das wiederrum führte dazu, dass ich des Öfteren bei Jenny angemerkt oder besser gesagt lamentiert habe, dass es nichts wird mit einer Zeit kleiner als 2:00h (was die Zielzeit von Jenny war). [Da ich zuletzt oft das Wort das(s) benutzt habe, kann es nicht schaden es nochmal zu verwenden =). Und dass wiederum führt dazu, dass Jenny hart geblieben ist bei Ihrer Zeitvorgabe von 2:00h. Auf nach Nachfrage habe ich dann auch einen Trainingsplan für 2:00h erhalten. Es endete darin, dass wir uns eine Woche vor dem Halbmarathon zum gemeinsamen Training trafen, Niklas war dann auch am Start. Auf dem Plan standen 17 km und die letzten beiden davon in Renntempo (also extra schnell). Das wurde dann natürlich auch umgesetzt. Zu meiner Überraschung habe ich es auch überstanden. Gut ok, ich war schon ziemlich KO danach, aber so soll es ja auch sein. Es zeigt also auf, dass es für 2:00h nicht ganz langen würde.

Sunday = Runday

Dann war es auch langsam so weit: Sunday = Runday. Ein gehaltvolles Frühstück, was es im Detail war weiß ich zum heutigen Tag nicht mehr, aber es hat bestimmt geschmeckt. Dann ging es auch schon mit der Bahn zur Commerzbank (#notsponsored) Arena. Jenny reiste mit dem Auto an. Umgezogen habe ich mich dann in den Katakomben in der Umkleide von Eintracht Frankfurt, leider habe ich meine FCB Fahne vergessen um diese dort anzubringen =). Damit Jenny mich findet habe ich dank der heutigen Technik meinen Live Standort via Whatsapp mit ihr geteilt. Es stellt sich heraus, dass dies vielleicht nicht die beste Idee war. Viele, viele Menschen auf engem Raum und 100%ig genau ist die Standortermittlung via Smartphone ja jetzt auch nicht. Aber zum Glück steche ich ja aus der Maße heraus, leider nicht mit meiner sportlichen Leistung sondern mit wahrer Größe.

Ende gut alles gut.

Halt, Stopp

Das schwierigste Stand noch bevor: Wir haben uns noch nicht geeinigt wie schnell unsere PACE! sein soll. Siegessicher haben wir uns schon mal am Ende des Teilnehmerfeldes eingereiht. Meine Hoffnung war, dass wir nicht schneller als 6:45 min/km laufen werden. Umso überraschter war ich als Jenny aus dem eine 7:15 min/km vorschlug. Damit hatte ich nicht gerecht, aber bevor sie es sich nochmal anders überlegte habe ich gesagt: „Ja, passt“. Gedacht habe ich: „Ja, das könnte ich wirklich überleben“.

Highlight des Tages

Dann ging es auch schon los. Anfänglich waren wir in einer kleinen Traube unterwegs. Nach dem ersten Kilometer klingelten bei allen die Uhren. Das lustige war jeder hatte eine andere Pace von seiner Uhr abgelesen. Von 6:30 bis 7:24 war alles dabei. Sprich wir sollten gut in der Zeit liegen, evtl. sogar etwas zu schnell unterwegs. Der Klassiker eben. Vom Stadion aus ging es nach Niederrad. Ein kleines Stück führte dabei durch einen Wald. Und dort kam es zum Höhenpunkt des Tages. Will im Voraus jemand Tipps abgeben, was der Höhepunkt war? Dann schreibt es jetzt in die Kommentare. Vorschläge: Einen Essensstand mit riesiger Auswahl an Riegeln, ein Schild auf dem Niveau des „Pain & Bread“ Schildes oder einfach eine witzige Verkleidung? Ich geb euch noch 3….2….1…Sekunden. Aus und vorbei. Die Lösung lautet: Klaus! Klaus???? Mögt ihr euch jetzt fragen. Ja Klaus! The one and only Klaus, the living Legend Klaus! Kennt ihr nicht? Dann schlaut euch mal auf, alle wichtigen Infos findet ihr hier.

Klaus, der Mann von dem ein Bild bei mir auf dem Schreibtisch steht.

Klaus, der Mann der uns auf unserem ersten Halbmarathon als Pacer ins Ziel gebracht hat.

Klaus, der Mann der in seinem Alter noch an 100km Läufen teilnimmt.

Klaus, der Mann ach ein rund um lustiger Typ.

Und was war jetzt mit Klaus am Frankfurter Halbmarathon? Er hat uns überholt! Ich habe ihn nach etwas überlegen direkt erkannt. Angesprochen habe ich ihn aber nicht: a) weil ich die Luft sparen wollte b) ich mir nicht sicher war, ob er uns noch kannte. Mich packte sofort der Ehrgeiz mich an seine Fersen zu klemmen. Aber er war doch leider etwas zu schnell. Am Ende stellte sich heraus, dass er doch nur ca. 2 min vor uns ins Ziel gekommen ist. Wäre ich mal dran geblieben. Wir hatten Klaus noch einige Minuten im Blickfeld. Auch nachdem wir ihn nicht mehr im Blickfeld hatten, habe ich glaube ich noch des Öfteren während des Laufs über Klaus philosophiert und natürlich auch danach =). Ach Klaus ich hoffe wir sehen uns mal wieder.

Der Schöne und das Biest

Nachdem wir Niederrad durchquerten folgte der schönste Streckenabschnitt. Es ging an der Mainpromenade entlang mit bestem Blick auf die Skyline. Am Ende dieses Abschnitts war der Stimmungshöhepunkt der Strecke. Eine halbwegs große Menschenmenge machte ordentlich Stimmung. Das erinnerte schon leicht an New York, aber gut wir sind ja gerade auch in Mainhatten. Kurz vor der Stimmungshölle lauerte ein offizieller Fotograf und knipste ein paar Bilder von uns. Ein Bild davon ist jetzt schon wahrscheinlich ein echter Klassiker würde ich behaupten. Ich vollkommen außer Atmen und Jenny wie das blühende Leben. Aber gut ein Foto spiegelt nur den Zustand vom Bruchteil einer Sekunde wieder. Wenn ihr wüsstet wie die Zustände eigentlich von uns über den ganzen Lauf verteilt gewesen waren. Dann wüsstet ihr, dass das Bild nur die Wahrheit und nichts außer der Wahrheit abbildet. Lassen wir das jetzt mal so stehen und kommen zum unangenehmsten Teilstück der Strecke: leichte aber lange Steigung und anschließend eine Wendestrecke. Eine Wendestrecke bei der das Stadion schon greifbar nahe ist. Zum Glück wurden unsere Gesprächsfetzen auf diesem Teilstück nicht aufgezeichnet. Aber gut irgendwann war das auch überstanden.

Mainpromennaden Fotoshooting

Kurz nach der Wendestrecke kam uns ein älterer Herr (Nein, nicht Klaus) entgegen und Jenny wollte lustig sein und sagte: „Das ist aber die falsche Richtung“ (oder so ähnlich). Der Mann meinte dann, er sei falsch abgebogen und muss zurück, weil am Wendepunkt der Wendestrecke muss eine Zeitmessstelle überlaufen werden, sonst wird der Lauf als ungültig gewertet. Schlagartig tat uns der Mann leid. Jetzt brachen aber die letzten Kilometer an. 2 km vor Schluss war man am Stadion, aber es galt noch eine Brücke zu bewältigen und einmal komplett das Stadion zu umkreisen. Das Umkreisen habe ich innerlich sehr verflucht; weil ich war doch schon am Ziel aber halt doch irgendwie nicht. Als dann Jenny auf den letzten hundert Metern nochmal das Tempo anzog, waren meine Gedanken dann nicht mehr so ganz jugendfrei. Abhängen lassen wollte ich mich kurz vor Schluss aber auch nicht mehr. Endlich ging es dann auch durchs Marathontor ins Stadion. Würdige Kulisse für eine Ziellinie, leider war das Stadion nicht annähernd voll besetzt. Glücklich die Ziellinie überquert zu haben, machten wir noch schnell ein Erinnerungsfoto bevor es zur Zielverpflegung ging. Unsere Zeit, wollt ihr wissen? Ich sag mal so: bei alles ab 2:30h ist es dann auch egal wie schnell man war. Aber eins kam sicher nicht zu kurz und das war der Spaß!

Ende gut alles gut?

Fast auf den Tag genau ist der Frankfurter Halbmarathon jetzt 6 Monate her. Ein Teil der Geschehnisse habe ich jetzt also aufgearbeitet. Als wir die Zielverpflegung verlassen haben redeten wir noch über den Comeback Post der Habertwins auf Facebook. Dass mich dieses Thema schnell wieder treffen würde, wusste ich an diesem Tag noch nicht. Also seit gespannt, was ich noch alles zu berichten habe.

Negative Enden sind immer blöde.

Ja ich weiß!

Deshalb noch eine positive Anekdote zum Schluss. Jenny fuhr mich netterweise noch nach Hause. Davor musste aber noch das Parkticket bezahlt werden. Jenny parkte ihren Turbo-Astra (#sponsored) im offiziellen DFB Parkhaus. Wir hatten die ganze Zeit die Befürchtung, dass das Parkticket immense Summen kosten wird, weil der DFB ein sehr geldgeiler Verein sein. Zur allgemeinen Verwunderung war das Parkticket aber schon fast ein Schnäppchen.

A long time ago (Frankfurter Halbmarathon)
Markiert in:                                                                         

Ein Gedanke zu „A long time ago (Frankfurter Halbmarathon)

  • 11. September 2018 um 14:13
    Permalink

    Hier freut sich jemand ganz besonders wieder einmal an deinem Innenleben teilhaben zu dürfen und ich habe wieder einmal beim Lesen oft Schmunzeln müssen

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.